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Horror & Gore Enthält Spoiler

Sainogami: Hametsu mo Kitarubeki Kotogara mo, Nozomeba Shuchuu – Zusammenfassung & Review

19 Min. Lesezeit PC
7,5 von 10
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Auf einen Blick

Entwickler
BLACK Cyc
Publisher
BLACK Cyc
Plattformen
PC
Genre
Horror & Gore
Spielzeit
20–30 Stunden

Sainogami – düsterer Folklore-Horror von BLACK Cyc

Sainogami: Hametsu mo Kitarubeki Kotogara mo, Nozomeba Shuchuu ist eine Horror Visual Novel von BLACK Cyc, die japanische Folklore, Mystery, psychologisches Drama und explizite Inhalte miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht das abgeschiedene Dorf Ishin, dessen Bewohner seit Jahrzehnten mit den Folgen einer schrecklichen Vergangenheit leben.

Auf den ersten Blick scheint hinter allem eine klassische Fluchgeschichte zu stecken. Eine unheilvolle Überlieferung, männlich-weibliche Zwillinge, ein streng getrenntes Dorf und mysteriöse Todesfälle bilden die Grundlage für eine Handlung, in der lange unklar bleibt, was tatsächlich hinter den Ereignissen steckt.

Besonders wichtig sind dabei Kaname und Tamae, zwei Geschwister, deren Existenz eng mit dem sogenannten Sainogami verbunden wird.

Der Protagonist Kyou Ōgaki gerät eher zufällig in ihre Geschichte. Seine Neugier führt ihn über eine Grenze, die eigentlich niemals überschritten werden sollte. Dadurch stößt er auf eine Welt voller alter Bräuche und Geheimnisse, deren Ursprung mehrere Generationen zurückliegt.

Parallel dazu untersucht die Volkskundlerin Reiga Kanda ungewöhnliche Todesfälle in der Umgebung. Mit ihr kehren gleichzeitig Verbindungen zu BLACK Cycs früherer Visual Novel Koumigami zurück.

Doch bevor Kyous Geschichte beginnt, muss man verstehen, warum Ishin überhaupt zu diesem merkwürdigen Ort geworden ist.

Die Vergangenheit von Ishin und der Ursprung des Sainogami

Ungefähr sechzig Jahre vor der eigentlichen Handlung war Ishin noch nicht in zwei voneinander getrennte Bereiche aufgeteilt.

Zu dieser Zeit lebten dort männliche und weibliche Zwillinge.

Zwischen den Geschwistern entwickelte sich eine Beziehung, die weit über gewöhnliche familiäre Zuneigung hinausging. Sie verliebten sich ineinander und gingen schließlich auch eine sexuelle Verbindung ein.

Für die konservative Dorfgemeinschaft stellte dies einen schweren Tabubruch dar.

Die beiden wurden verurteilt und voneinander getrennt.

Was danach geschah, sollte Ishin für immer verändern.

Die Zwillinge legten Feuer im Dorf. Durch starke Winde gerieten die Flammen außer Kontrolle und zerstörten große Teile der Siedlung. Zahlreiche Menschen verloren ihre Häuser und Angehörigen.

Zurück blieben Trauer, Wut und die Frage, warum diese Katastrophe geschehen war.

Statt das Ereignis ausschließlich als menschliche Tragödie zu betrachten, begannen einige Überlebende, ihm eine übernatürliche Bedeutung zuzuschreiben.

Die Geschwister wurden mit dem Begriff Sainogami, einem unheilbringenden göttlichen Wesen, verbunden.

Aus einem historischen Unglück entwickelte sich auf diese Weise eine Legende, die noch Jahrzehnte später das Leben der Bewohner bestimmen sollte.

Wie aus einer Tragödie eine grausame Tradition entstand

Nach dem Brand war Ishin tief gespalten.

Ein Teil der Überlebenden glaubte, männlich-weibliche Zwillinge würden grundsätzlich Unglück bringen. Die Katastrophe galt für sie als Beweis dafür, dass solche Geschwister eine besondere Gefahr darstellten.

Aus dieser Angst entwickelte sich schließlich ein erschreckender Brauch.

Sollte erneut ein entsprechendes Zwillingspaar geboren werden, müssten beide miteinander vereint werden. Die Überlieferung verlangte dabei nicht nur eine symbolische Verbindung, sondern sah auch eine sexuelle Komponente und anschließend den Tod der Beteiligten vor.

Die Anhänger dieser Vorstellung glaubten, dadurch weiteres Unheil verhindern zu können.

Doch nicht alle Bewohner akzeptierten diese Interpretation.

Eine andere Gruppe betrachtete gerade die damalige Behandlung der Geschwister als Ursache für die Eskalation. Aus ihrer Sicht hatte die Dorfgemeinschaft selbst dazu beigetragen, dass die Situation außer Kontrolle geriet.

Erneut unschuldige Menschen für ein längst vergangenes Ereignis büßen zu lassen, erschien ihnen deshalb grausam und sinnlos.

Der Konflikt zwischen beiden Seiten ließ sich nicht lösen.

Uchi no Mura und Soto no Mura – ein Dorf wird geteilt

Schließlich zerbrach Ishin in zwei Gemeinschaften.

Es entstanden Uchi no Mura, das innere Dorf, und Soto no Mura, das äußere Dorf.

Zwischen beiden Bereichen wurde eine klare Grenze gezogen, die von den Bewohnern möglichst nicht überschritten werden sollte.

Ein Dōsojin markiert diese Trennung und erhält auf beiden Seiten unterschiedliche Bedeutungen. Bereits daran zeigt sich eines der wichtigsten Motive der Visual Novel: Ein und dasselbe Symbol kann vollkommen verschieden interpretiert werden.

Soto no Mura hält wesentlich stärker an der alten Sainogami-Überlieferung fest.

Uchi no Mura versucht dagegen, Abstand von den extremen Vorstellungen der Vergangenheit zu gewinnen.

Obwohl beide Gemeinschaften geografisch eng miteinander verbunden sind, entwickeln sie dadurch unterschiedliche Identitäten.

Die Grenze trennt also nicht nur zwei Orte.

Sie steht auch zwischen zwei Versionen derselben Geschichte.

Kaname und Tamae – die Zwillinge von Soto no Mura

Generationen später passiert genau das, was die Bewohner von Soto no Mura seit Jahrzehnten fürchten.

Erneut werden männlich-weibliche Zwillinge geboren:

Kaname und Tamae.

Von Beginn an werden beide mit der alten Überlieferung in Verbindung gebracht.

Ihre Geburt wird nicht als gewöhnliches Familienereignis betrachtet. Stattdessen projizieren die Einwohner ihre Ängste und religiösen Vorstellungen auf zwei Kinder, die keinerlei Verantwortung für das Geschehen vor sechzig Jahren tragen.

Kaname und Tamae wachsen deshalb unter außergewöhnlichen Bedingungen auf.

Die Erwartungen ihrer Umgebung bestimmen große Teile ihrer Identität und prägen ihre Beziehung zueinander.

Besonders Kaname entwickelt ein zunehmend verstörendes Verhalten.

Seine Schwester wirkt dagegen zurückgezogen und emotional gebrochen. Tamaes Körper weist außerdem zahlreiche Verletzungen auf, die zeigen, dass sich hinter der abgeschiedenen Existenz der Geschwister etwas äußerst Beunruhigendes verbirgt.

Was genau zwischen ihnen geschehen ist und welche Bedeutung ihre Verbindung tatsächlich besitzt, entwickelt sich zu einem der zentralen Geheimnisse der Handlung.

Kyou Ōgaki hört von einer geheimnisvollen Prinzessinnengottheit

Während Kaname und Tamae in Soto no Mura leben, führt Kyou Ōgaki ein vergleichsweise gewöhnliches Leben in Uchi no Mura.

Dann hört er ein merkwürdiges Gerücht.

Auf der anderen Seite der Grenze soll eine wunderschöne Prinzessinnengottheit leben. Dieser geheimnisvollen Person werden sogar heilende Fähigkeiten zugeschrieben.

Kyou wird neugierig.

Obwohl der Kontakt zwischen den beiden Dorfteilen eingeschränkt ist, entscheidet er sich dazu, die verbotene Grenze zu überschreiten.

Damit beginnt seine direkte Auseinandersetzung mit den Geheimnissen Ishins.

Schon bald stellt sich heraus, dass die angebliche Prinzessinnengottheit keineswegs das ist, was Kyou erwartet hat.

Kaname steckt hinter dem Gerücht der schönen Gottheit

Bei der geheimnisvollen Schönheit handelt es sich um Kaname.

Obwohl er männlich ist, besitzt Kaname ein ausgesprochen feminines Erscheinungsbild. Seine langen Haare, Gesichtszüge und Kleidung sorgen dafür, dass Außenstehende ihn problemlos für eine junge Frau halten könnten.

Auf diese Weise entstand offenbar das Gerücht über eine wunderschöne Gottheit in Soto no Mura.

Doch die faszinierende Erscheinung steht in einem deutlichen Gegensatz zu Kanames Verhalten.

Kyou entdeckt zunehmend Hinweise darauf, dass die Beziehung zwischen den Zwillingen von Gewalt, Abhängigkeit und einer schwer verständlichen Dynamik geprägt ist.

Vor allem Tamaes Verletzungen lassen Kaname zunächst in einem äußerst düsteren Licht erscheinen.

Trotzdem vermeidet die Geschichte eine einfache Einteilung in Gut und Böse.

Je mehr Kyou über die Vergangenheit der Geschwister erfährt, desto komplizierter wird das Bild.

Warum Kaname zu den interessantesten Figuren von Sainogami gehört

Kaname ist eine Figur, bei der der erste Eindruck bewusst Misstrauen erzeugt.

Seine Persönlichkeit wirkt unberechenbar und teilweise grausam. Gleichzeitig wird deutlich, dass seine Entwicklung eng mit den Erwartungen von Soto no Mura zusammenhängt.

Seit seiner Kindheit wurde er nicht wie ein gewöhnlicher Junge behandelt.

Seine Existenz war immer mit einer alten Legende verbunden.

Dadurch stellt Sainogami eine interessante Frage: Was geschieht mit einem Menschen, wenn seine Umgebung ihm ständig vermittelt, dass er eine bestimmte Rolle erfüllen muss?

Kaname lässt sich deshalb nur schwer unabhängig von den Traditionen betrachten, mit denen er aufgewachsen ist.

Das macht seine Handlungen nicht automatisch entschuldbar. Seine Vorgeschichte verleiht ihnen jedoch einen Kontext, der die Figur wesentlich komplexer erscheinen lässt.

Gerade deshalb lohnt es sich, sich nicht zu früh eine endgültige Meinung über ihn zu bilden.

Tamae und die emotionale Seite der Geschichte

Tamae reagiert vollkommen anders auf ihre Lebensumstände.

Während Kaname nach außen hin dominant und schwer einschätzbar wirkt, erscheint seine Schwester wesentlich verletzlicher.

Sie ist stark von ihrer Umgebung und den Erfahrungen ihrer Vergangenheit geprägt.

Dabei geht es nicht ausschließlich um sichtbare Verletzungen.

Viel schwerwiegender ist die psychische Belastung, unter der sie steht.

Tamae scheint kaum daran zu glauben, ihr eigenes Leben frei gestalten zu können. Die Regeln von Soto no Mura haben ihre Vorstellung davon beeinflusst, welchen Platz sie in der Welt einnimmt.

Gerade dadurch entwickelt sie sich zu einer der tragischsten Figuren der Visual Novel.

Ihre weitere Entwicklung und die Frage, ob sie sich aus dieser Situation lösen kann, gehören zu den Elementen, die ich bewusst nicht vorwegnehmen möchte.

Mysteriöse Leichen rund um Ishin

Während Kyou immer tiefer in die Geheimnisse von Soto no Mura gerät, ereignen sich außerhalb des Dorfes weitere beunruhigende Vorfälle.

Mehrere Leichen werden gefunden.

Die Körper weisen Spuren schwerer Folter auf.

Gleichzeitig gibt es Berichte über einen außergewöhnlich schönen, feminin wirkenden Mann, der möglicherweise mit den Todesfällen in Verbindung steht.

Damit rückt zwangsläufig Kaname in den Mittelpunkt des Verdachts.

Doch ob diese scheinbar offensichtliche Verbindung tatsächlich der Wahrheit entspricht, bleibt zunächst offen.

Die Todesfälle erweitern das persönliche Drama der Zwillinge um eine klassische Mystery-Komponente und machen deutlich, dass die Ereignisse möglicherweise wesentlich größere Ausmaße besitzen.

Reiga Kanda untersucht die Geheimnisse von Ishin

Die rätselhaften Vorfälle führen Reiga Kanda nach Ishin.

Als Volkskundlerin beschäftigt sie sich mit den lokalen Überlieferungen und versucht herauszufinden, welche Zusammenhänge zwischen der Vergangenheit des Dorfes und den aktuellen Ereignissen bestehen.

Reiga ist allerdings keine vollkommen neue Figur innerhalb des BLACK-Cyc-Universums.

Ihre Geschichte ist eng mit Kisejima und den Ereignissen aus Koumigami verbunden.

Fünf Jahre sind seit den damaligen Geschehnissen vergangen, doch deren Auswirkungen begleiten sie weiterhin.

Dadurch funktioniert Reigas Handlung gleichzeitig als neuer Mystery-Strang und als Fortsetzung bereits bekannter Elemente.

Wer Koumigami gespielt hat, bekommt dadurch zusätzliche Zusammenhänge und kann ihre persönlichen Beziehungen besser einordnen.

Koumigami kehrt in Sainogami zurück

Mit Reiga spielt auch Koumigami erneut eine wichtige Rolle.

Bei ihr handelt es sich um eine Schlangengottheit, die auf Kisejima verehrt wurde.

Anders als viele Legenden rund um Ishin ist ihre übernatürliche Natur keine bloße Vermutung.

Koumigami besitzt tatsächlich außergewöhnliche Kräfte.

Gleichzeitig ist ihre Verbindung zu Reiga ausgesprochen persönlich. Die gemeinsamen Erfahrungen aus der Vergangenheit haben eine starke emotionale Bindung geschaffen, die auch in Sainogami noch Bedeutung besitzt.

Gerade dadurch entsteht eine spannende Konstellation.

Eine reale Gottheit trifft auf ein Dorf, dessen gesamtes Leben von einer anderen übernatürlichen Überlieferung geprägt wird.

Welche Schlüsse daraus gezogen werden können, möchte ich bewusst offenlassen.

Was steckt wirklich hinter der Sainogami-Legende?

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto schwieriger wird es, zwischen historischen Tatsachen, religiösen Vorstellungen und möglichen übernatürlichen Ereignissen zu unterscheiden.

Genau diese Unsicherheit gehört für mich zu den interessantesten Elementen der Visual Novel.

Was geschah damals tatsächlich?

Welche Teile der Geschichte wurden über Jahrzehnte verändert?

Welche Rolle spielen Kaname und Tamae?

Und besteht wirklich eine Verbindung zwischen der alten Katastrophe und den aktuellen Todesfällen?

Sainogami beantwortet diese Fragen nach und nach und verändert dabei mehrfach die Perspektive auf einzelne Charaktere.

Gerade deshalb möchte ich die entscheidenden Enthüllungen nicht verraten.

Insbesondere die Auflösung der Sainogami-Legende sowie die Ereignisse des True Endings bleiben in diesem Artikel bewusst ungespoilert.

Die Themen hinter dem Horror von Sainogami

Abseits der Mystery-Handlung beschäftigt sich Sainogami stark mit gesellschaftlichen Erwartungen, verdrängten Gefühlen und dem Einfluss vergangener Generationen.

Besonders deutlich wird das an Kaname und Tamae.

Beide werden mit einer Geschichte konfrontiert, die lange vor ihrer Geburt begonnen hat. Trotzdem beeinflusst sie ihre gesamte Existenz.

Dadurch stellt die Visual Novel immer wieder die Frage, wie viel Macht Tradition besitzen sollte.

Ist etwas automatisch richtig, nur weil Menschen seit Jahrzehnten daran glauben?

Darf die Vergangenheit über die Zukunft einer neuen Generation entscheiden?

Und wie sehr verändert sich ein Mensch, wenn andere bereits festgelegt haben, wer er sein soll?

Diese Fragen verleihen der Handlung eine psychologische Ebene, die über reine Schockmomente hinausgeht.

Für wen ist Sainogami geeignet?

Sainogami richtet sich vor allem an Spieler, die sehr düstere Horror Visual Novels mögen und kein Problem mit expliziten beziehungsweise verstörenden Inhalten haben.

Die Geschichte behandelt unter anderem sexuelle Tabus, Gewalt, Missbrauch, problematische Beziehungen und psychisch belastende Situationen.

Entsprechend ist die Visual Novel definitiv nicht für jeden geeignet.

Wer dagegen BLACK Cycs typische Mischung aus Erotik, Horror, japanischer Folklore und menschlichen Abgründen mag, dürfte hier viele vertraute Elemente wiederfinden.

Besonders interessant ist der Titel für Spieler, die Mystery-Geschichten bevorzugen, bei denen zunächst nicht klar ist, ob die Bedrohung menschlichen oder übernatürlichen Ursprungs ist.

Kenntnisse von Koumigami sind ebenfalls von Vorteil, da bestimmte Figuren und Beziehungen dadurch wesentlich mehr Bedeutung erhalten.

Mein Review zu Sainogami – Lohnt sich die Visual Novel?

Sainogami: Hametsu mo Kitarubeki Kotogara mo, Nozomeba Shuchuu hat mich besonders durch seine Verbindung aus japanischer Folklore, psychologischem Horror und einer jahrzehntealten Dorftragödie neugierig gemacht.

Die Ausgangssituation wirkt zunächst relativ klassisch: ein abgeschiedener Ort, eine unheilvolle Legende, merkwürdige Rituale und ein Geheimnis, über das niemand offen sprechen möchte. Mit der Zeit entwickelt sich daraus jedoch eine wesentlich komplexere Geschichte.

Besonders Kaname und Tamae sind mir dabei im Gedächtnis geblieben.

Ihre Beziehung ist schwierig, teilweise extrem und bewusst unangenehm dargestellt. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass beide ausschließlich für schockierende Szenen existieren. Hinter ihrer Situation steckt ein größerer Konflikt, der eng mit den Vorstellungen ihrer Umgebung verbunden ist.

Kaname fand ich dabei besonders faszinierend. Mein Eindruck von ihm hat sich während der Handlung mehrfach verändert. Gerade solche Figuren funktionieren für mich in psychologischen Horror Visual Novels besonders gut, weil ich nie vollständig sicher sein konnte, wie ich sein Verhalten einordnen sollte.

Auch Tamae hat bei mir einen starken Eindruck hinterlassen. Ihre Geschichte zeigt eine wesentlich verletzlichere Seite der Ereignisse und macht deutlich, welche emotionalen Folgen die Traditionen von Soto no Mura besitzen.

Kyou funktioniert für mich wiederum gut als Figur, durch die man diese fremde Welt kennenlernen kann. Gemeinsam mit ihm entdeckt man nach und nach, welche Geheimnisse hinter der Grenze verborgen liegen.

Sehr interessant fand ich außerdem die Rückkehr von Reiga und Koumigami.

Gerade Koumigamis Anwesenheit sorgt für eine spannende Dynamik, weil innerhalb einer Geschichte voller Gerüchte und religiöser Überlieferungen plötzlich eine Figur existiert, deren übernatürliche Natur tatsächlich feststeht.

Dadurch konnte ich mir lange nicht sicher sein, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln würde.

Atmosphärisch liefert Sainogami genau jene düstere Mischung, die ich mit BLACK Cyc verbinde. Abgelegene Orte, alte Bräuche, Erotik, groteske Situationen und psychologische Abgründe erzeugen eine Stimmung, die teilweise ausgesprochen unangenehm werden kann.

Wer empfindlich auf drastische Inhalte reagiert, sollte sich deshalb vorher über mögliche Trigger informieren.

Mich persönlich hat vor allem das Geheimnis hinter dem Sainogami gefesselt. Die Geschichte wirft früh genügend Fragen auf, um neugierig zu machen, gibt ihre Antworten aber nicht sofort preis.

Genau deshalb möchte ich auch das True Ending von Sainogami nicht spoilern.

Die späteren Enthüllungen verändern den Blick auf verschiedene Ereignisse und funktionieren meiner Meinung nach wesentlich besser, wenn man sie selbst erlebt.

Insgesamt ist Sainogami für mich eine interessante Horror Visual Novel für alle, die düstere Geschichten mit japanischer Folklore, komplizierten Charakterbeziehungen und einer starken Mystery-Komponente mögen.

Besonders die Frage, wie sehr Vergangenheit und Tradition das Leben eines Menschen bestimmen dürfen, verleiht der Handlung eine zusätzliche Ebene.

Für mich liegt die größte Stärke von Sainogami deshalb in seiner Ungewissheit: Je tiefer ich in die Geheimnisse von Ishin eingetaucht bin, desto weniger konnte ich einschätzen, ob die größte Gefahr von einer alten Legende, etwas tatsächlich Übernatürlichem oder letztendlich doch von den Menschen selbst ausgeht.

7,5/10

VisualNexus Wertung

Getestet auf

GPD Win 5

GPD Win 5 · AMD Ryzen AI Max+ 395 · Radeon 8060S · 7″ / 120 Hz

So lief’s: Eine Visual Novel fordert das Gerät nicht, entsprechend läuft alles durchgehend flüssig in 1080p bei 120 Hz. Wärme und Lüfterlärm sind kein Thema.

1080p / 120 Hz Durchgehend flüssig Akku: 6+ Std.

Pro

  • Dichte, konsequent aufgebaute Atmosphäre
  • Faszinierende japanische Folklore
  • Unheimliches, ungewöhnliches Setting
  • Starker und eigenständiger Artstyle
  • Düsteres Mystery-Szenario
  • True End mit echtem Nachhall

Contra

  • Sehr langsamer Einstieg
  • Teilweise zähes Erzähltempo
  • Extreme Inhalte nicht für jeden geeignet
  • Nur auf Japanisch verfügbar
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